EDA rät von Reisen nach Bangkok ab
Nachdem heute bei einer Demonstration über 70 Menschen verletzt und drei Menschen getötet worden sind, verschärft das Aussendepartement seine Reisehinweise.
Nach der neuerlichen Eskalation der Gewalt bei den Protesten in Bangkok hat das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) seine Reisehinweise verschärft. Seit Donnerstag wird Touristen von Reisen in die thailändische Hauptstadt abgeraten.
«Verkehrsbehinderungen, Demonstrationen, Ausschreitungen und Sabotageakte sind in der Hauptstadt, aber auch in anderen Landesteilen möglich (namentlich im Norden)», schreibt das EDA auf seiner Webseite. Transitflüge über den internationalen Flughafen von Bangkok seien jedoch weiterhin möglich.
Vorsicht bei touristischen Vergnügungsstätten
Das EDA rät Reisenden, sich über die Medien auf dem Laufenden zu halten und die Anweisungen der thailändischen Behörden zu befolgen. «Planen Sie genügend Zeit und finanzielle Mittel ein. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter, und meiden Sie Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen jeder Art», warnt das EDA. Vorsicht sei besonders auch in den bekannten touristischen Vergnügungsstätten, auf Märkten und bei Sehenswürdigkeiten geboten.
Der Reiseveranstalter Hotelplan informierte am Donnerstagabend, er habe 50 Reisegäste vor Ort. Man habe diese Kunden kontaktiert und biete «individuelle Weiterreise-Möglichkeiten» an. Wer Ferien in Bangkok mit Abflug bis und mit Sonntag gebucht habe, könne diese kostenlos stornieren. Auch Hotelplan betont, der Flugtransit über Bangkok sei weiterhin möglich.
Keine Hinweise auf Schweizer Opfer
Eine Serie von Explosionen hat am Donnerstag das Finanzviertel der thailändischen Hauptstadt Bangkok erschüttert. Dabei kamen nach Angaben der Regierung drei Menschen ums Leben. Wer hinter den Angriffen steckt, blieb zunächst unklar.
75 weitere Menschen wurden verletzt. Darunter sind nach Angaben von Spitälern auch mindestens zwei Ausländer. Das EDA hat keine Hinweise auf Schweizer Opfer.
Kein friedliches Ende in Sicht
Ziel der Granatenangriffe war eine Versammlung Hunderter Anhänger der Regierung in dem Finanzviertel. Medienberichten zufolge wurden fünf Menschen festgenommen.
Die fünf Explosionen ereigneten sich an der Skytrain-Station Sala Daeng. Die Hochbahn fährt mitten durch Bangkok. In der Nähe hatten sich den ganzen Tag über hunderte regierungsfeindliche Rothemden und Anhänger der Regierung gegenübergestanden.
Das Lokalfernsehen zeigte im Anschluss an die Explosionen hitzige Wortgefechte und Rempeleien zwischen Demonstranten und Soldaten. Die Truppen sollen die sogenannten Rothemden daran hindern, in das Viertel mit Banken, Bürotürmen und Hotels einzudringen.
